FPÖ-Klubobmann Paul Dürnberger: S-Bike wird schon zum Start zur teuren Pannenserie

Utl.: Standort-Pannen, Millionenbelastung und viele offene Fragen, die FPÖ fordert Kostenwahrheit, klare Kennzahlen und vorerst keinen weiteren Ausbau.

„Man muss es erst einmal schaffen, bei der Auswahl von Fahrradabstellplätzen binnen kürzester Zeit sowohl ein Tor mit Parkverbot als auch eine Rettungszufahrt zu erwischen. Das lässt inzwischen weniger auf ein Mobilitätskonzept als auf eine Art städtisches Hindernisspiel schließen“, so Dürnberger. Gerade bei einem jahrelang vorbereiteten Projekt müsse man erwarten können, dass Standorte vorab auf ihre tatsächliche Eignung überprüft werden.

Für die FPÖ sind die Standortprobleme allerdings nur ein Teil der Kritik. Zum Start stehen rund 200 E-Bikes zur Verfügung, während die laufenden Kosten für die Stadt Salzburg mit rund 4 Millionen Euro bis 2030 beziffert werden. „Während sich die linke Rathausmehrheit für ein paar hundert Leihräder selbst auf die Schulter klopft, darf der Steuerzahler wieder tief in die Tasche greifen. Bei diesen Summen muss klar nachvollziehbar sein, welchen tatsächlichen Nutzen das System bringt und was jede einzelne Fahrt die Allgemeinheit kostet. Die Freiheitlichen der Stadt Salzburg haben sich als einzige Fraktion gegen dieses grün-rote Vorhaben ausgesprochen“, erklärt Dürnberger.

Besonders kritisch sieht die FPÖ unterschiedliche Kostenangaben, die im Laufe der Projektplanung kommuniziert wurden. Dürnberger fordert daher vollständige Transparenz über Verträge, Haftungen, laufende Betriebskosten und mögliche Verlustabdeckungen. Vor einem weiteren Ausbau müssten belastbare Kennzahlen vorliegen, tatsächliche Nutzerzahlen, Kosten pro Fahrt, Schäden, Ausfälle und der reale verkehrspolitische Effekt.

Auch die geplante Ausweitung auf bis zu rund 100 Stationen müsse angesichts der bisherigen Pannen kritisch hinterfragt werden. „Bei so vielen weiteren Standorten ist jedenfalls noch ausreichend Potenzial für kreative Entscheidungen vorhanden, vielleicht kommt die nächste Station direkt vor die Jedermann-Bühne oder auf die Parkplätze vorm Sacher. Beste Sichtbarkeit wäre dort jedenfalls garantiert“, so Dürnberger augenzwinkernd.

„Salzburg braucht keine teuren Prestigeprojekte und ideologischen Einzelmaßnahmen, sondern ein funktionierendes Gesamtkonzept für den Verkehr. Dazu gehören vor allem ein verlässlicher O-Bus mit dichteren Takten, besseren Anschlüssen, längeren Betriebszeiten und direkten Verbindungen zwischen den Stadtteilen“, so Klubobmann Dürnberger abschließend.